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Initial Conditions - Jazz Septett

19. September 2026 ・19:30 Uhr ・Einlass 19 Uhr

Initial Conditions
Jazz

João Gato / Altsaxophon
Till Müller / Bassklarinette
Lara Fleischer / Cello
Ronja Sophie Putz / Geige
Samuel Dietze / Schlagzeug, Modulars 
Marina Schlagintweit / Live Electronics
Vincent Meissner / Klavier

Eintritt tba.

Das Septett „Initial Conditions“ vereint sieben Musiker:innen aus unterschiedlichen künstlerischen Kontexten: João Gato (Kopenhagen), Till Müller (Leipzig), Lara Fleischer (Leipzig), Ronja Sophie Putz (Leipzig), Samuel Dietze (Dresden), Marina Schlagintweit (Leipzig) und Vincent Meissner (Leipzig).

Der Titel „Initial Conditions“ verweist auf die situativen Ausgangsbedingungen jener musikalischen Begegnung, aus denen sich sämtliche klanglichen Entwicklungen des Ensembles ableiten. Im Zentrum steht eine prozessuale, improvisatorische Praxis mit starkem Instant-Composing-Charakter: Ausgehend von offnen Strukturen konstruieren sich alle musikalische Prozesse immanent und in Echtzeit, welche sich stetig durch spontane Interaktion, Verdichtung undAuflösung transformieren. Ereignisse, Phasen und Zustände bilden sich, vergehen und werden im kollektiven Spiel neu geformt.

Die klangliche Identität des Ensembles speist sich aus einer kammermusikalischen Anlage, die klassische Besetzungslogiken aufgreift und zugleich erweitert. Ein Streichtrio aus Violine und Cello trifft auf Holzbläser (Altsaxophon und Bassklarinette), ergänzt durch Klavier, Schlagzeug und Live-Elektronik. Diese Kombination ermöglicht eine breite Palette an Klangfarben und strukturellen Rollen, die flexibel eingesetzt und immer wieder neu gedacht werden.

Ästhetisch bewegt sich das Projekt im Spannungsfeld zwischen Neuer Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, Creative Music, Jazz sowie experimenteller elektronischer Musik. Klangfarbliche Konzepte, die an Werke wie Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ erinnern, stehen neben seriell geprägten, klavierstückartigen Strukturen und werden mit zeitgenössischen Ansätzen aus Mikrotonalität und spektraler Harmonik verbunden, wie sie etwa in der Arbeit von Christian Lillinger oder Steve Lehman zu finden sind. Live-Elektronik und modulare Klangsynthese erweitern das akustische Instrumentarium um zusätzliche Dimensionen des Sounddesigns.

Das Ensemble verfügt über ein bewusst offenes musikalisches Vokabular, aus dem heraus es seine eigenen Kommunikationsformen und „Toolboxes“ entwickelt. Durch ein hohes Maß an Spontaneität und individuellem Gestaltungsraum entsteht eine dynamische Balance zwischen persönlicher Klangsprache und gemeinsamen ästhetischen Vorstellungen. Diese Prozesse wirken sowohl auf der Mikroebene des instrumentalen Spiels als auch auf der Makroebene der Formbildung, in der improvisierte Stücke oft als geschlossene, organisch gewachsene Einheiten erscheinen.

Die Improvisationen folgen dabei häufig einem suitenhaften Aufbau, in dem unterschiedliche Besetzungen, Rollenverteilungen und klangliche Kontexte erprobt werden. Klassische Instrumentenfunktionen können dabei bewusst imitiert, verschoben oder neu erfunden werden, ebenso entstehen alternative Formationen jenseits etablierter Muster. Innerhalb einer sich stetig entwickelnden Klangarchitektur verbindet „Initial Conditions“ Einflüsse aus Neuer Musik, Jazz, freier Improvisation und elektronischem Sounddesign zu einem offenen, prozessorientierten musikalischen Organismus.

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